Social-Media-Tool DSGVO-konform? 5 Planer im Vergleich (Stand Oktober 2026)

· 7 Min. Lesezeit · Von NoobClaw Editorial Team · NoobClaw offizieller Blog
Kurz gesagt
  • Metricool und Fanpage Karma nennen laut Anbieter EU-Verarbeitung und haben unbefristete Gratis-Pläne; Fanpage Karma stellt eine AVV-Vorlage bereit.
  • Buffer (USA) und Hootsuite (Kanada) listen Preise in Dollar ($) und stützen Datentransfers auf Data Privacy Framework, Angemessenheitsbeschluss bzw. Standardvertragsklauseln.
  • Hootsuite und Agorapulse rechnen pro Nutzer ab, Buffer pro Kanal, Metricool nach Marken – zählen Sie Profile und Nutzer vor dem Vergleich.
  • Keine Rechtsberatung: AVV und Unterauftragsverarbeiter-Liste vor dem Abschluss selbst prüfen.

Kurz gesagt: Ein Social-Media-Tool ist nicht automatisch „DSGVO-konform“, nur weil es das auf der Startseite schreibt. Für kleine Unternehmen in Deutschland zählen drei prüfbare Punkte: Wo verarbeitet der Anbieter die Daten, gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV), und welche Unterauftragsverarbeiter sitzen außerhalb der EU? Wir haben am 19. Oktober 2026 die Preis- und Datenschutzseiten von fünf Planern geöffnet und die Aussagen der Anbieter unten in einer Tabelle mit Quellen zusammengestellt, ergänzt um eine Checkliste für Ihre eigene Prüfung.

Hinweis: Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung. Alle Angaben zu Serverstandort, AVV und Datentransfers geben wieder, was die Anbieter selbst veröffentlichen („laut Anbieter“). Ob ein Tool für Ihren konkreten Fall zulässig ist, klären Sie bitte mit Ihrer bzw. Ihrem Datenschutzbeauftragten oder einer Fachanwältin bzw. einem Fachanwalt.

Social-Media-Planer im Vergleich: Preise, Gratis-Plan und Datenschutz

Social-Media-Tools für kleine Unternehmen, Stand: 19. Oktober 2026 (Angaben laut Anbieter, Preise wie gelistet)
Tool (Sitz)EinstiegspreisKostenloser PlanProfile / KanäleServerstandort / Datentransfer laut AnbieterAVV / DPA laut AnbieterQuellen
Metricool (Spanien) Starter ab 16 € / Monat bei jährlicher Zahlung, 20 € bei monatlicher Zahlung; laut Preisliste ohne MwSt. (netto) Ja: 1 Marke, 20 veröffentlichte Beiträge pro Monat, unbefristet Starter bis 5 bzw. 10 Marken, Advanced bis 15, 25 oder 50 Marken AWS-Server in der EU, „derzeit in Irland und Frankreich“; keine Speicherung oder Verarbeitung außerhalb der EU Bezeichnet sich als Auftragsverarbeiter; ein AVV-Dokument ist auf der DSGVO-Seite nicht verlinkt Preisliste, DSGVO-Seite
Fanpage Karma (uphill GmbH, Berlin) Professional 29 € / Monat bei jährlicher Zahlung (3 Nutzer); netto/brutto nicht angegeben Ja: 1 Nutzer, 1 Marke, 5 eigene Profile, 50 Posts pro Monat, unbefristet Professional: unbegrenzt viele Marken und Profile im Account AVV: Verarbeitung „ausschließlich“ in der EU/im EWR, Drittland nur mit Zustimmung; Datenschutzerklärung nennt als Hosting-Dienstleister Google Cloud EMEA Limited (Dublin) und Domainfactory GmbH (München), für einzelne Dienste Data Privacy Framework bzw. Standardvertragsklauseln Ja, AVV-Vorlage auf der Website zum Ausfüllen Preise, AVV, Datenschutz
Buffer (USA) Essentials 6 $ pro Kanal / Monat bei monatlicher Zahlung, 5 $ bei jährlicher Zahlung (60 $ pro Jahr); Team 12 $ bzw. 10 $; in Dollar ($) gelistet, kein Euro-Preis Ja: bis 3 Kanäle, 10 geplante Posts pro Kanal, 1 Nutzer Abrechnung pro Kanal; ab dem 11. Kanal günstiger pro Kanal Unternehmen mit Sitz in den USA; Transfers aus dem EWR über EU-U.S. Data Privacy Framework und Standardvertragsklauseln Rechtsseite führt im Abschnitt GDPR einen Punkt „Data Protection Agreement“; Abschlussweg im gelesenen Text nicht beschrieben Preise, Datenschutz
Hootsuite (Kanada) Standard ab 99 $ pro Nutzer / Monat bei jährlicher Zahlung (laut FAQ) Nein; 14 Tage Test ohne Kreditkarte Standard: 10 Social-Accounts; Professional und Advanced: unbegrenzt Produktivdaten bei AWS; Verarbeitung u. a. in Kanada (EU-Angemessenheitsbeschluss) und weiteren Ländern; sonst Standardvertragsklauseln Ja, Data Processing Addendum per E-Signatur-Formular Preise, DPA, DSGVO-Seite
Agorapulse (Paris, Frankreich) Standard 79 pro Nutzer / Monat jährlich bzw. 99 monatlich; Währung auf der Hilfeseite nicht angegeben Nein; 15 Tage Test ohne Kreditkarte 10 Social-Profile pro Plan, von allen Nutzern geteilt; weitere als Add-on Hosting-Partner „wie Amazon AWS“, Land nicht genannt; Datenaustausch mit Ländern außerhalb der EU über Vertragsklauseln Verarbeitet Daten verbundener Social-Media-Konten laut Datenschutzerklärung im Auftrag der Kunden; ein AVV wird dort nicht genannt Preise (Hilfe-Center), Datenschutz

Zur Einordnung der Preise: Metricool weist seine Preise ausdrücklich ohne Mehrwertsteuer aus. Bei den anderen Anbietern steht auf den geprüften Seiten nicht, ob Steuern enthalten sind; der Endpreis wird in der Regel erst im Checkout angezeigt. Buffer und Hootsuite listen in Dollar ($), der Betrag in Euro hängt also vom Wechselkurs bzw. von der Abrechnungswährung im Checkout ab.

Nicht in der Tabelle: Swat.io (Wien), Planable und Later. Für diese Tools konnten wir die offizielle Preisseite bei der Recherche nicht öffnen, deshalb nennen wir keine Preise. Belegen können wir: Der AVV von Swat.io nennt als Verarbeitungsort einen EU- bzw. EWR-Staat, als Unterauftragsverarbeiter Microsoft (Hosting, KI) und AWS (E-Mail-Benachrichtigungen, KI), jeweils mit „Rechenzentrum in der Europäischen Union“ sowie für optionale E-Mail-Funktionen Postmark mit Datenverarbeitung in den USA. Planable schreibt in seinem Hilfeartikel zur DSGVO, dass es mit seinen Dienstleistern DSGVO-konforme Auftragsverarbeitungsverträge geschlossen hat, nennt dort aber keinen Serverstandort und keinen Kunden-AVV.

Was „DSGVO-konform“ bei einem Social-Media-Tool konkret bedeutet

Wenn Sie Beiträge über ein Tool planen, Kommentare beantworten oder Statistiken auswerten, verarbeitet der Anbieter in Ihrem Auftrag personenbezogene Daten: Namen und Kommentare von Followern, Nachrichten, Logins Ihrer Mitarbeitenden. Mehrere Anbieter in der Tabelle bezeichnen sich deshalb selbst als Auftragsverarbeiter. Daraus ergeben sich die Fragen, die Sie vor dem Abschluss beantworten sollten:

Unabhängig vom Tool bleibt eine Grenze: Die Daten auf Instagram, Facebook, TikTok oder LinkedIn selbst verarbeiten die Plattformen. Ein EU-gehostetes Planungstool ändert nichts an den Datenflüssen der Netzwerke.

Checkliste: Social-Media-Tool vor dem Kauf prüfen

  1. Anzahl der Profile zählen. Zählen Sie jedes Profil pro Netzwerk einzeln (z. B. Instagram, Facebook-Seite und LinkedIn-Seite = 3). Buffer rechnet pro Kanal ab, Hootsuite und Agorapulse pro Nutzer mit Profilkontingent, Metricool nach „Marken“.
  2. Nutzer zählen. Bei Hootsuite und Agorapulse steigt der Preis mit jedem Nutzer; bei Fanpage Karma sind im Professional-Plan laut Preisseite 3 Nutzer enthalten.
  3. Gratis-Plan oder Test nutzen. Metricool, Fanpage Karma und Buffer bieten laut Anbieter unbefristete Gratis-Pläne mit Limits; Hootsuite (14 Tage) und Agorapulse (15 Tage) bieten Testphasen ohne Kreditkarte.
  4. AVV anfordern bzw. abschließen und mit Ihren Unterlagen ablegen.
  5. Unterauftragsverarbeiter-Liste öffnen und notieren, welche davon außerhalb der EU sitzen.
  6. Netto oder brutto klären. Prüfen Sie im Checkout, ob Umsatzsteuer hinzukommt und in welcher Währung abgerechnet wird.
  7. Verarbeitungsverzeichnis ergänzen. Tragen Sie das Tool mit Zweck, Datenkategorien und Anbieter ein.

Welches Tool passt zu welchem Kleinunternehmen?

Aus den Anbieterangaben ergeben sich einige Muster. Wenn Ihnen ein EU-Unternehmen mit ausdrücklich genanntem EU-Hosting wichtig ist und das Budget klein ist, sind Metricool (Gratis-Plan, Starter ab 16 € netto bei jährlicher Zahlung) und Fanpage Karma (Berliner Anbieter mit AVV-Vorlage, Gratis-Plan mit 5 Profilen) die naheliegenden Kandidaten für einen Test. Wer nur wenige Kanäle planen möchte und mit einem US-Anbieter leben kann, kommt mit dem Gratis-Plan von Buffer oder dessen Abrechnung pro Kanal günstig weg. Hootsuite und Agorapulse sind eher auf Teams mit mehreren Nutzern ausgelegt, das zeigt die Abrechnung pro Nutzer.

Wie oft Sie überhaupt posten sollten, bevor Sie für ein Tool zahlen, haben wir in Wie oft auf Instagram posten? beschrieben. Welche Wege es gibt, Instagram ohne Kosten automatisch zu bespielen, und wo Metas eigene Werkzeuge an Grenzen stoßen, steht in Instagram kostenlos automatisch posten.

Mehrere Accounts verwalten: Wo NoobClaw passt und wo nicht

NoobClaw ist kein klassischer Social-Media-Planer mit Redaktionskalender. Laut eigener Produktbeschreibung ist es eine Desktop-App für Windows und macOS, die KI-Content-Erstellung im Stapel, Multi-Account-Verwaltung sowie Interaktions- und Veröffentlichungs-Workflows kombiniert. Unterstützte Aufgaben laufen über die Browser-Sitzungen der bedienenden Person statt über einen API-basierten Planungskalender; jedes Konto hat ein eigenes Profil und eine eigene Konfiguration (etwa Nische, Persona und Keywords für die KI-Texte). Inhalte lassen sich, wo der jeweilige Workflow das anbietet, vor dem Veröffentlichen lokal zur Prüfung speichern.

Das passt, wenn Sie mehrere Accounts mit getrennten Einstellungen pflegen und vor allem Entwürfe in großer Zahl erzeugen und prüfen möchten. Es passt nicht, wenn Ihr Team hauptsächlich Freigabeprozesse, einen gemeinsamen Planungskalender oder kanalübergreifende Reports braucht; dafür empfiehlt NoobClaw selbst, die oben genannten spezialisierten Planungstools zu vergleichen. Welche Plattformen ein Workflow abdeckt, steht in der Skills-Übersicht; die bezahlten Pläne (Basic, Pro, Max) beginnen laut Preisseite bei 9,90 $ pro Monat und unterscheiden sich in KI-Credits und Accounts pro Plattform. Eine eigene Aussage zu Serverstandorten oder einem AVV enthält die Produktbeschreibung nicht; Details finden Sie in der Datenschutzerklärung. Halten Sie in jedem Fall die Regeln der jeweiligen Plattform ein. Was etwa Instagram bei mehreren Konten erlaubt, lesen Sie in Mehrere Instagram-Accounts: E-Mail und Bedingungen.

Quellen (abgerufen am 19. Oktober 2026)